Alle Themen zeigen »

Durchfall

Wenn Sie an einem wässrigen, dünnen Stuhl leiden, der häufiger als sonst auftritt, sprechen wir von Durchfall. Wir unterscheiden zwei Arten von Durchfall, akuten und chronischen Durchfall. Akuter Durchfall wird in der Regel durch eine Infektion mit einem Bakterium (nach Einnahme von kontaminierten Lebensmitteln oder Getränken) oder einem Virus (Magen-Darm-Grippe) verursacht. Eine Reihe von Medikamentengruppen haben auch Durchfall als Nebenwirkung am Anfang. Dies ist in der Regel nur eine vorübergehende Reklamation. Beispiele sind Breitbandantibiotika (z.B. Amoxicillin), Metformin, Chemotherapie, Levodopa, Lithium, SSRI's,.....
Weitere mögliche Ursachen für einen akuten Durchfall sind: 

  • Reizdarmsyndrom
  • Übermäßige Verwendung von Zucker oder Süßstoffen (z.B. Xylit, Sorbit)
  • Laktoseintoleranz

Zu den Symptomen, die bei akutem Durchfall auftreten können, gehören dünner, wässriger Stuhl, der häufiger als sonst auftritt, Bauchkrämpfe (nicht immer vorhanden), Blähungen, Elend, Übelkeit und (manchmal) Erbrechen, Fieber, Müdigkeit, Dehydrierung.  Sie können versuchen, akuten Durchfall selbst zu beheben. Stellen Sie sicher, dass die Symptome innerhalb von 3 bis 5 Tagen besser sind, sonst sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Auch bei Fieber, Erbrechen und/oder Dehydrierung sollten Sie dies von Ihrem Arzt weiter untersuchen lassen. Wir sprechen von chronischem Durchfall, wenn der Durchfall länger als 4 Wochen anhält. In der Regel ist eine Grunderkrankung die Ursache für chronischen Durchfall. Beispiele sind das Reizdarmsyndrom, Intoleranz oder Allergie gegen bestimmte Lebensmittelarten (z.B. Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit). Chronischer Durchfall wird auch bei Missbrauch von Abführmitteln aufrechterhalten. Symptome eines chronischen Durchfalls sind ein erhöhter, dünnerer Stuhlgang, der häufiger als normal auftritt, ein Gefühl der allgemeinen Schwächung, (manchmal) verminderter Appetit, (manchmal) Gewichtsverlust. Im Falle von chronischem Durchfall sollten Sie sich immer an Ihren Arzt wenden (es sei denn, der Durchfall wurde bereits untersucht).

Wie geht man mit Durchfall um?

Nichtmedizinische Maßnahmen:

  • Dehydrierung verhindern: Sie tun dies, indem Sie viel trinken, z.B. Wasser, Tee oder Brühe. Ein Glas Wasser pro Stuhlgang ist am besten. ORS-Lösungen (Oral Rehydratation Salts) helfen auch, eine Austrocknung zu verhindern. Befolgen Sie immer die Anweisungen in der Packungsbeilage. Wisse, dass Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen ein erhöhtes Risiko der Dehydrierung haben!
  • Hygienische Maßnahmen sind notwendig, um eine Kontamination anderer zu verhindern. Waschen Sie Ihre Hände immer mit warmem Wasser und Seife nach der Toilette oder wenn die Gefahr der Übertragung von Viren oder Bakterien besteht (z.B. beim Wickeln der Windel eines Babys). Bei Bedarf Desinfektionsmittel verwenden (z.B. für das Windelkissen). Verwenden Sie separate Handtücher und waschen Sie schmutzige Wäsche bei hoher Temperatur.
  • Essen und trinken Sie regelmäßig kleine Mengen an normaler Nahrung. Sie sollten keine spezielle Diät einhalten. Produkte, die Sie bei Durchfall besser vermeiden sollten, sind koffeinhaltige Getränke (z.B. Kaffee), kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte, Kohlensorten, Lauch und Zwiebeln.
  • Bei Babys sollte die Flaschennahrung nicht angepasst oder verdünnt werden. Nur im Falle von Dehydrierungssymptomen wird die normale Formel für 4 bis 6 Stunden unterbrochen, um zu hydratisieren. Danach kann die normale Formel zurückgegeben werden.
  • Bei Erbrechen / starkem wässrigem Durchfall und gleichzeitiger Anwendung der Verhütungspille: Wenden Sie sich an Ihren Apotheker oder Arzt, um zu besprechen, welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten, um "sicher" zu sein. 
  • Vorbeugung gegen Reisedurchfall: "cook it, boil it, peel it or forget it"! Auf Reisen sollten Sie noch vorsichtiger bei der Wahl der Speisen und Getränke sein. Und auch auf Reisen müssen hygienische Maßnahmen strikt eingehalten werden, um das Risiko von Reisedurchfall zu reduzieren. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Text.

Medizinische Maßnahmen :

  • Probiotika (z.B. S. boulardii, Lactobacillus GG): helfen, die Dauer des akuten Durchfalls um ca. 24 Stunden zu verkürzen und können auch präventiv eingesetzt werden, um Reisedurchfall und Durchfall durch ein Antibiotikum zu verhindern. Sie haben keine schnelle Wirkung bei akuter Durchfallerkrankung. Sie werden auch nicht für immunsupprimierte Patienten empfohlen (z.B. bei der Verwendung von Immunsuppressiva bei Transplantationen, Chemotherapie, AIDS oder Autoimmunerkrankungen).
  • Transithemmer: Der bekannteste Transithemmer ist Loperamid. Dieses Medikament reduziert die Darmperistaltik und führt dazu, dass der Durchfall innerhalb weniger Stunden aufhört. Die Ursache für Durchfall wird jedoch durch den Einsatz von Loperamid nicht beseitigt. Daher sollte die Anwendung bei akuter Durchfallerkrankung auf wenige Tage beschränkt werden. Loperamid kann ab einem Alter von 6 Jahren verwendet werden, obwohl die Anwendung bei Kindern sehr begrenzt ist! Eine übermäßige Anwendung kann schwerwiegende Nebenwirkungen wie extreme Schläfrigkeit, Darmverschluss, Atemdepression und Unfähigkeit zum Wasserlassen haben. Bei Blut im Stuhl und/oder bei hohem Fieber empfehlen wir kein Loperamid. Nur bei einem untersuchten chronischen Durchfall kann Loperamid über einen längeren Zeitraum in der richtigen Dosierung eingenommen werden.
  • Medikamenten wie Racecadotril): reduzieren die Flüssigkeitsfreisetzung im Darm und stoppen Durchfall. Sie werden zur Vorbeugung von akuter Durchfallerkrankung bei Erwachsenen eingesetzt (Dauer maximal 7 Tage). Für Kinder und Babys sind diese Medikamente nur auf Rezept bei einem Arzt erhältlich. Sie werden auch nicht für die chronische Anwendung oder für die Verwendung während der Schwangerschaft/Stillen empfohlen, da es in diesen Fällen keine Studien gibt. 
  • Adsorbentien (z.B. Aktivkohle): haben eine große Oberfläche und absorbieren so (Körper-)Fremdstoffe. Es gibt Zweifel an der Wirksamkeit bei der Behandlung von Durchfall. Als Nebeneffekt können bestimmte Medikamente auch adsorbiert werden, was ihre Wirksamkeit beeinträchtigt.
  • Adstringentia (Tanninpräparate): werden auch zur Bekämpfung von akutem Durchfall eingesetzt.
  • Antibiotika: In der Regel wird kein Antibiotikum zur Behandlung von akuter Durchfall benötigt. Da Antibiotika nur auf Rezept erhältlich sind, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Wann sollten Sie bei Durchfall Ihren Arzt aufsuchen?

  • Wenn Sie neben Durchfall auch Fieber haben (>38°C) oder stark erbrechen müssen. 
  • Kinder unter 2 Jahren, Babys und Menschen über 70 Jahre mit Durchfall sollten noch am selben Tag ihren Arzt aufsuchen. Kindern über 2 Jahre und Erwachsenen unter 70 Jahren wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn der Durchfall länger als 3 Tage anhält.
  • Wenn nach 3 bis 5 Tagen der Anwendung eines Selbstpflegeprodukts keine Besserung der Symptome eintritt. 
  • Bei Vorhandensein von Dehydrierungssymptomen: wenig Wasserlassen, dunkler Urin, Verwirrung und Schläfrigkeit, verminderte Hautelastizität, trockener Mund und tiefliegende Augen, Fieber ohne zu schwitzen. Bitte beachten Sie, dass Kinder unter 2 Jahren und ältere Menschen über 70 Jahren ein erhöhtes Risiko für Dehydrierung haben!
  • Wenn Sie Medikamente mit einem engen therapeutischen Spielraum einnehmen (= wenn Sie bei jeder Einnahme genau die gleiche Menge an bestimmten Medikamenten einnehmen müssen, z.B. Antiepileptika, Antiarrhythmika, Lithium, Digoxin).
  • Wenn Sie bemerken, dass sich Blut oder Schleim in Ihrem Stuhl befindet.
  • Wenn sich Durchfall mit Verstopfung abwechselt. 
  • Wenn Sie oft kleine Mengen an Stuhlgang verlieren (= Überlaufdiarrhö) 
  • Wenn Ihr Durchfall eine Nebenwirkung durch die Anwendung bestimmter Medikamente ist oder wenn Ihr Durchfall das Risiko von Nebenwirkungen anderer Medikamente erhöht.

Pass gut auf Sie auf!

Mit gesundem Viata Grüß